Mittwoch, 27. August 2008

Wolkenkratzer ueber Palmen

Heute ist unser letzter Tag in Kuala Lumpur. Ich sitze allein in unserer unterkuehlten Hotellobby in Chinatown, draussen regnet es in Stroemen, die Strassen stehen unter Wasser. Ronny liegt mit einer Grippe im Zimmer 2 Etagen hoeher. 4 Tage haben wir hier in Kuala Lumpur verbracht, aber gesehen haben wir ehrlich gesagt nicht viel. Bei unserer Ankunft war ich krank, dann haben wir einen 3-taegigen Ausflug nach Singapur gemacht, und nun ist Ronny krank. Tja, auch das gehoert zu unserem Reisealltag! Dennoch gibt es einige Bilder, die ein paar Worte begleiten sollen, von 2 Weltmetropolen, die nicht nur dem Bauingeneur die Sprache verschlagen...
Kuala Lumpur
Kuala Lumpurs einzigartiges Wahrzeichen sind die Petronas Towers, die seit dem 11. September eine u.a. traurige Beruehmtheit erfahren. Trotz alledem sind sie beeindruckend... Die ganze Innenstadt Kuala Lumpurs ist eine moderne Metropole, mit U-Bahnen, die ohne Fahrer ihren Weg finden, Shoppingmalls an jeder Ecke, in denen die europaeischen Desinger ihre neuesten Kollektionen an asiatische Gut-Betuchte feil bieten, dazwischen Chinatown und Little India, Nachtmaerkte und mehr McDonalds und Starbucks als in Berlin, Paris und London zusammen. Es ist schwer zu sagen, ob es schoen ist oder nicht. Es ist vor allem laut.
Singapur
Die Neugier auf Singapur und vor allem das "Wenn wir schon mal so nah dran sind"-Argument hat uns dazu veranlasst, mal wieder um 5 Uhr aufzustehen und nach Singapur zu fahren. Angekommen, nach dem Ein- und wieder Aussteigen an den Grenzen, in einer gruenen und viel stressfreieren Stadt als Kuala Lumpur. Leider hat uns auch Singapur mit Regen empfangen, so dass die Wolkenkratzer sich zunaechst in den Wolken versteckt hielten. Wie ist Singapur?
Nich so gross, wie erwartet, im Innenkern kann man alles zu Fuss erreichen. Die Skyline ist natuerlich WOW.
Multikulturell, modern, chic. Und frueher oder spaeter endet Jeder in einer der unzaehligen Shoppingmalls, und sei es nur, um die neueste Generation Flachbildfernseher zu bestaunen. Singapur ist mehr als Wolkenkratzer. Es hat das groesste Riesenrad der Welt, von dem aus man die ganze Insel ueberblicken kann, und es ist fast beeindruckender, unten zu stehen und die Dimensionen zu bestaunen, als oben zu schaukeln.
Singapur ist auch Little India, wo wir Sonntagabend ausstiegen, um fuer Big India zu proben und ein scharfes Curry zu essen. Der Lonely Planet sagt, "things are getting a little bolly in the night", was eine schiere Untertreibung ist. Auf den Strassen nur Maenner, so weit das Auge reicht, indische Gastarbeiter, wie wir spaeter erfuhren, an allen Ecken, vor allen Cafe's, es war kein Durchkommen...
Singapur ist auch der Ort, an dem der Singapore Sling erfunden wurde, in einem der teuersten Hotels downtown.
Auch ein Highlight war der botanische Garten mit seiner riesigen Orchideensammlung...
Alles in allem eine besondere Stadt, nicht nur, weil so vieles so ist wie zuhause, nein auch, weil sie soviel mehr zu bieten hat als Wolkenkratzer. Denn dazwischen finden sich charmante alte Kolonialhaeuser, eine romantische Flusspromenade, ganze Strassenzuege, in denen man Tag und Nacht essen kann, Kunst an allen Ecken und immer dieser faszinierende Ausblick. Eine Stadt, in der, so scheint es, die Kulturen sich vermischen und die gemeinsame Sprache englisch ist, Bali, Australien, Thailand und andere Paradiese einen Katzensprung entfernt sind. Eine Stadt, in der abends in der spanischen Weinbar in Chinatown nicht nur Europaer sitzen, sondern auch Asiaten ein Glass Merlot geniessen. Kurz um, faszinierend, eine tolle Stadt, und wie haben uns fest vorgenommen, dass dies nicht unser letzter Besuch war. Das naechste Mal bringen wir mehr Zeit mit, vor allem aber mehr Geld, denn auch was die Preise anbelangt, fuehlten wir uns wie zuhaus.
Es ist unsere letzte Nacht hier in dieser Ecke der Welt, und morgen um diese Zeit sind wir bereits in Indien. Endlich Indien. Und obwohl noch 4 Monate vor uns liegen, fuehlt es sich an, als wuerde das Ende der Reise nahen, denn Indien und Nepal sind die letzten Stationen. Wir sind mehr als gespannt auf alles, was uns in Indien erwarten wird, und waehrend Ronny oben schonmal unseren Indien-Reisefuehrer waelzt, schicke ich liebste Gruesse nach Hause nach Berlin und Brandenburg, Mainz, Essen, Bielefeld, Muenster, in die Schweiz, nach Mexico City, nach Kapadokien, China, Rotterdam, in den Sudan nach Juba (und Bonn)...Ihr wisst schon.
Bis dahin, Franzi & Ronny

1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Hallo liebe Franzi,

hab gerade von Robert den Tipp bekommen, mal auf Eurer Seite nachzuschauen. Mensch bin ganz schön begeistert. Tolle Fotos hast Du da geschossen und so viele neue Eindrücke.

Also lasst es Euch weiter gutgehen. Seid lieb grüsst aus Züri von der Dörte