Von der Sonneninsel Gili Air sind wir nach Bali zurueckgekehrt, diesmal ins Inland nach Ubud. Dort wollten wir ein paar Tage die Insel erkunden, denn mit Bali ist es wie mit den meisten Urlaubsinseln: Am Strand liegen die Touris wie die Oelsardinen, im Inland jedoch gibt es einiges mehr zu sehen. Nun ja, den ersten Tag haben wir jedoch erstmal im Spa neben unserem Hotel vertroedelt. Herrlich, mit Blick aufs Reisfeld...
Am naechsten Tag haben wir uns einen Fahrer gemietet (das macht man hier so, denn es gibt hier eigtentlich keinen Weg, allein von A nach B zu kommen), der uns ein bischen durch die Gegend kutschiert hat. Entgegen der grossen Erwartungen war das wenig spektakuaer, sondern eher das, was alle Touris machen. Dennoch haben wir tolle Reisterrassen gesehen und eine Kaffee- und Kakaoplantage besucht.
Wirklich aufregend war ein spontaner Stop an einer Strasse, an der viele Autos und Mopeds parkten und der Fahrer etwas von einer "ceremony" brummte und wir nickten und ausstiegen, auf ein Hindu-Fest eingestellt. Was wir bekamen, war jedoch ein echter balinesischer Hahnenkampf! Mehrere Hundert Maenner, mannigfaltige Geruchsimpressionen, herumwedelnde Geldscheine und unzaehlige Bastkoerbe voller Haehne, noch nicht ahnend, was ihnen blueht. Denn der Kampf endet mit dem Tod...
Es war bizarr und faszinierend gleichzeitig, und was schwer mit Worten zu beschreiben ist, haben wir auf diesem Video eingefangen (das ist 2 min. lang und dauert dementsprechend etwas laenger, es zu laden. Lohnt sich aber!):
Am naechsten Tag dann haben wir unser Glueck auf Bali selbst in die Hand genommen: Mit dem Fahrrad. Berge hoch und Berge runter (das immer nur Franzi zu sehen ist, liegt daran, dass Ronny immer schon oben auf dem Berg war, als die Fotos entstanden...), vorbei an der vielfaeltigen balinesischen Handwerkskunst, die von Holz- und Steinschnitzerei ueber Batikkunst, Spiegel, Moebel...bis hin zu toller Malerei reicht.

Einige Tage spaeter sind wir von Bali aus nach Java, um die wirklich grossen Abenteuer zu suchen. Eigentlich sind wir auf unserer Route wieder zurueckgeflogen, denn Java ist ja auch unser Ankunftsort gewesen. Aber da wir anfaenglich krank waren, sind wir erst nach Bali und Gili Air gefahren, um Java mit seinen spektakulaeren Vulkanen aber nun noch nachzuholen!
Angekommen in Jogjakarta, dem kulturellen Herz Javas, haben wir uns in einem der zahlreichen Fahrradtaxis einen Eindruck von der Stadt gemacht...
...und sind am naechsten Tag zum ganzen Stolz Javas aufgebrochen: Borobodur, ein buddhistischer Tempel, und Prambanan, ein hunduistischer Tempel. In Prambanan haben uns zwei Maedchen, die gerade ihre Ausbildung zum Tourist Guide machen erklaert, dass letztlich alle Symbole an den Aussenwaenden der Tempel fuer die Ueberlegenheit der Frau gegenueber dem Mann stehen...interessant!

Den aufmerksamen Lesern unter Euch ist sicher aufgefallen, dass es auf einigen Fotos dunkel ist oder man den Sonnenaufgang sieht? Ja, so ist es. Denn Reisen besteht vor allem darin, frueh aufzustehen, wenn der Flug um 6 Uhr geht oder der Sonnenaufgang in Borobodur um 5:30 anfaengt...So hat es sich ergeben, dass Ronny, mal wieder auf der Suche nach dem naechsten Sonnenaufgang, abends um 10 Uhr zu einem Night Trecking auf den Vulkan Merapi aufgebrochen ist, waehrend sich Franzi fuer die Option "schlafen" entschieden hat. Wie die Fotos jedoch zeigen, haben sich die Strapazen fuer Ronny mehr als gelohnt, auch wenn zum schoenen Sonnenaufgang bereits anstrengende 4,5 h und 1500 m zurueckgelegt waren, die Fuesse wund und der Ruecken zerschunden waren.


Das, was auf den Fotos gelb aussieht, sind Gesteine von dem letzten Ausbruch des Merapi 2006, die erst im Laufe der Jahre grau werden.
Doch natuerlich hat Java mehr als nur einen Vulkan, also sind wir weitergezogen. Auch das klingt lustiger als es ist. Sich motorisiert fortzubewegen in Indonesien ist eine Mischung aus Angst und Stossgebeten, wuesten Fluechen auf den Fahrer und immer am Ende das Glueck, irgendwo heil anzukommen. Unterwegs allerdings wird der Bus des oefteren repariert, oder morgens kurz vor Abfahrt mal eben der Reifen gewechselt....
Und waehrend man da steht und sich fragt, ob man einsteigen soll oder nicht, geht es auch schon weiter, und was dann kommt, entschaedigt fuer viele Strapazen. Zunaechst sind wir per Jeep auf eine Aussichtsplattform zum, was auch sonst, Sonnenaufgang gefahren, um im Anschluss den Mount Bromo zu erklimmen. Eine Wahnsinnslandschaft, alles grau, Risse in der Erde, endlose Staubwolken und abgemagerte Pferde, die faule Touris den Berg hinauf galoppieren.

Dann schnell duschen, schnell fruehstuecken und weiter. Nach endlosen Stunden im Bus sind wir am Ijen, wo es wieder morgens um 5 losgeht, den Berg hinauf. Der Ijen ist ein Bergsee, an dem Schwefel abgebaut wird, wie man uns sagte, einzigartig auf der Welt.
Waehrend wir also den Berg erklommen, um zum See zu gelangen, beschaeftigt damit, nicht aus der Puste zu kommen, kamen uns immer wieder Maenner entgegen mit grossen Koerben auf dem Ruecken voller Schwefel, die, Tag ein, Tag aus, den Berg mit seinen etwa 1500 m Anstieg von dem Bergdorf aus hoch und runter laufen. Erst oben angekommen sollten wir sehen, dass sie das Schwefel nicht nur den Berg herunter bringen, sondern auch aus dem Krater des Sees die steilen Stufen hinauftragen. So etwas hatten wir uns weder zuvor gesehen noch uns jemals vorstellen koennen. Wer sich an den Chemieunterricht erinnert, der weiss, dass Schwfel wie faule Eier riecht, und dort untem am Berg stinkt es nicht nur erbaermlich, sondern der Geruch kriecht in die Atemwege und macht das Atmen fast unmoeglich. Hier arbeiten diese Maenner, ueber ihre Lebenserwartung nachzudenken, haben wir uns nicht getraut. Wir krochen den Abhang hoch, und sie ueberholten uns, mit, wie wir herausfanden, mehr als 50 Kg auf den Schultern. Am Rande hoeren wir trauriges Husten und Spucken, bevor wir wieder in unseren klimatisierten Minibus steigen und weiterfahren. Auch das ist Reisen, das Privileg, immer nur einen Ausschnitt zu erblicken, um anschliessend wieder in die eigene heile Welt zurueckzukehren. Doch diese Bilder bleiben unvergessen.
Tja, und das war Indonesien. Am letzten Tag haben wir nochmal von Bali Abschied genommen, um (natuerlich wieder morgens um 6 Uhr) 3000 km weiter zu fliegen. Nun sind wir 6 Tage lang in Kuala Lumpur und machen morgen einen kleinen Abstecher nach Singapur. Hier, aus dem Bauingeneursparadies, werdet Ihr wieder von uns lesen, hoeren und sehen.
Bis dahin,
Franzi und Ronny
Am naechsten Tag haben wir uns einen Fahrer gemietet (das macht man hier so, denn es gibt hier eigtentlich keinen Weg, allein von A nach B zu kommen), der uns ein bischen durch die Gegend kutschiert hat. Entgegen der grossen Erwartungen war das wenig spektakuaer, sondern eher das, was alle Touris machen. Dennoch haben wir tolle Reisterrassen gesehen und eine Kaffee- und Kakaoplantage besucht.
Wirklich aufregend war ein spontaner Stop an einer Strasse, an der viele Autos und Mopeds parkten und der Fahrer etwas von einer "ceremony" brummte und wir nickten und ausstiegen, auf ein Hindu-Fest eingestellt. Was wir bekamen, war jedoch ein echter balinesischer Hahnenkampf! Mehrere Hundert Maenner, mannigfaltige Geruchsimpressionen, herumwedelnde Geldscheine und unzaehlige Bastkoerbe voller Haehne, noch nicht ahnend, was ihnen blueht. Denn der Kampf endet mit dem Tod...
Es war bizarr und faszinierend gleichzeitig, und was schwer mit Worten zu beschreiben ist, haben wir auf diesem Video eingefangen (das ist 2 min. lang und dauert dementsprechend etwas laenger, es zu laden. Lohnt sich aber!):
Am naechsten Tag dann haben wir unser Glueck auf Bali selbst in die Hand genommen: Mit dem Fahrrad. Berge hoch und Berge runter (das immer nur Franzi zu sehen ist, liegt daran, dass Ronny immer schon oben auf dem Berg war, als die Fotos entstanden...), vorbei an der vielfaeltigen balinesischen Handwerkskunst, die von Holz- und Steinschnitzerei ueber Batikkunst, Spiegel, Moebel...bis hin zu toller Malerei reicht.

Einige Tage spaeter sind wir von Bali aus nach Java, um die wirklich grossen Abenteuer zu suchen. Eigentlich sind wir auf unserer Route wieder zurueckgeflogen, denn Java ist ja auch unser Ankunftsort gewesen. Aber da wir anfaenglich krank waren, sind wir erst nach Bali und Gili Air gefahren, um Java mit seinen spektakulaeren Vulkanen aber nun noch nachzuholen!
Angekommen in Jogjakarta, dem kulturellen Herz Javas, haben wir uns in einem der zahlreichen Fahrradtaxis einen Eindruck von der Stadt gemacht...
...und sind am naechsten Tag zum ganzen Stolz Javas aufgebrochen: Borobodur, ein buddhistischer Tempel, und Prambanan, ein hunduistischer Tempel. In Prambanan haben uns zwei Maedchen, die gerade ihre Ausbildung zum Tourist Guide machen erklaert, dass letztlich alle Symbole an den Aussenwaenden der Tempel fuer die Ueberlegenheit der Frau gegenueber dem Mann stehen...interessant!

Den aufmerksamen Lesern unter Euch ist sicher aufgefallen, dass es auf einigen Fotos dunkel ist oder man den Sonnenaufgang sieht? Ja, so ist es. Denn Reisen besteht vor allem darin, frueh aufzustehen, wenn der Flug um 6 Uhr geht oder der Sonnenaufgang in Borobodur um 5:30 anfaengt...So hat es sich ergeben, dass Ronny, mal wieder auf der Suche nach dem naechsten Sonnenaufgang, abends um 10 Uhr zu einem Night Trecking auf den Vulkan Merapi aufgebrochen ist, waehrend sich Franzi fuer die Option "schlafen" entschieden hat. Wie die Fotos jedoch zeigen, haben sich die Strapazen fuer Ronny mehr als gelohnt, auch wenn zum schoenen Sonnenaufgang bereits anstrengende 4,5 h und 1500 m zurueckgelegt waren, die Fuesse wund und der Ruecken zerschunden waren.


Das, was auf den Fotos gelb aussieht, sind Gesteine von dem letzten Ausbruch des Merapi 2006, die erst im Laufe der Jahre grau werden.
Doch natuerlich hat Java mehr als nur einen Vulkan, also sind wir weitergezogen. Auch das klingt lustiger als es ist. Sich motorisiert fortzubewegen in Indonesien ist eine Mischung aus Angst und Stossgebeten, wuesten Fluechen auf den Fahrer und immer am Ende das Glueck, irgendwo heil anzukommen. Unterwegs allerdings wird der Bus des oefteren repariert, oder morgens kurz vor Abfahrt mal eben der Reifen gewechselt....
Und waehrend man da steht und sich fragt, ob man einsteigen soll oder nicht, geht es auch schon weiter, und was dann kommt, entschaedigt fuer viele Strapazen. Zunaechst sind wir per Jeep auf eine Aussichtsplattform zum, was auch sonst, Sonnenaufgang gefahren, um im Anschluss den Mount Bromo zu erklimmen. Eine Wahnsinnslandschaft, alles grau, Risse in der Erde, endlose Staubwolken und abgemagerte Pferde, die faule Touris den Berg hinauf galoppieren.

Dann schnell duschen, schnell fruehstuecken und weiter. Nach endlosen Stunden im Bus sind wir am Ijen, wo es wieder morgens um 5 losgeht, den Berg hinauf. Der Ijen ist ein Bergsee, an dem Schwefel abgebaut wird, wie man uns sagte, einzigartig auf der Welt.
Waehrend wir also den Berg erklommen, um zum See zu gelangen, beschaeftigt damit, nicht aus der Puste zu kommen, kamen uns immer wieder Maenner entgegen mit grossen Koerben auf dem Ruecken voller Schwefel, die, Tag ein, Tag aus, den Berg mit seinen etwa 1500 m Anstieg von dem Bergdorf aus hoch und runter laufen. Erst oben angekommen sollten wir sehen, dass sie das Schwefel nicht nur den Berg herunter bringen, sondern auch aus dem Krater des Sees die steilen Stufen hinauftragen. So etwas hatten wir uns weder zuvor gesehen noch uns jemals vorstellen koennen. Wer sich an den Chemieunterricht erinnert, der weiss, dass Schwfel wie faule Eier riecht, und dort untem am Berg stinkt es nicht nur erbaermlich, sondern der Geruch kriecht in die Atemwege und macht das Atmen fast unmoeglich. Hier arbeiten diese Maenner, ueber ihre Lebenserwartung nachzudenken, haben wir uns nicht getraut. Wir krochen den Abhang hoch, und sie ueberholten uns, mit, wie wir herausfanden, mehr als 50 Kg auf den Schultern. Am Rande hoeren wir trauriges Husten und Spucken, bevor wir wieder in unseren klimatisierten Minibus steigen und weiterfahren. Auch das ist Reisen, das Privileg, immer nur einen Ausschnitt zu erblicken, um anschliessend wieder in die eigene heile Welt zurueckzukehren. Doch diese Bilder bleiben unvergessen.
Tja, und das war Indonesien. Am letzten Tag haben wir nochmal von Bali Abschied genommen, um (natuerlich wieder morgens um 6 Uhr) 3000 km weiter zu fliegen. Nun sind wir 6 Tage lang in Kuala Lumpur und machen morgen einen kleinen Abstecher nach Singapur. Hier, aus dem Bauingeneursparadies, werdet Ihr wieder von uns lesen, hoeren und sehen.
Bis dahin,
Franzi und Ronny
1 Kommentar:
Hallo ihr zwei,
ich wollte mich schon länger mal melden zu Euren Abenteuern, die einem wirklich die Sprache verschlagen. Natürlich bin ich ganz schön neidisch! Naja, Deutschland ist auch schön (Leipzig, Dresden, Gera,...), aber es regnet dauernd (Münster) und überhaupt... Besonders faszinierend fand ich natürlich die Episode mit dem Schwefel (ich frage mich, warum sich das wirklich lohnt, aber wahrscheinlich sind die armen Arbeitskräfte wirklich billig in Indonesien...). Was so stinkt ist übrigens ein Gas - Schwefelwasserstoff (H2S), typisch für Vulkane!
Weiter alles Gute und noch viele schöne Sonnenaufgänge!
Robert
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